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Die großen Schweizer Originale

So eng wie die Schweiz mit der Geschichte der Schokoladenherstellung verbunden ist, so berühmt sind ihre Schokoladenmarken - und alle stehen für hohe Qualität.

Cailler

Die Firma, die sich seit ihrer Gründung in Vevey befindet, setzte gleich mehrere große Meilensteine der Schweizer Schokoladengeschichte. Mit ihrer Manufakturgründung um 1819 eröffnete sie die Geschichte der Schweizer Schokoladenherstellung. Und eine neue ära der Schokolade brach an, als es dem Schwiegersohn von Francois Luis Cailler, Daniel Peter gelang, die Kakaomasse in einem so idealen Mischungsverhältnis mit Zucker und Kondensmilch zu verbinden, dass daraus die erste Milchschokolade der Welt wurde.

Dem ersten Produkt „Gala“ oder „Gala Peter“ folgten bald weitere Verkaufsschlager. Doch zuvor musste in Broc die erste Schokoladenfabrik der Schweiz gebaut werden, die 1898 gegründet wurde. Die Erfindung der Milchschokolade wäre ohne den Erfinder des Milchpulvers Henri Nestlé nicht möglich gewesen, der ein enger Freund von Daniel Peter war. So ist es nur logisch, dass die Firma Callier bald ein Teil des Nestlé-Unternehmens wurde. Dennoch ist sie bis heute ein eigenständiges Unternehmen geblieben, das die umsatzstärkste Schokoladenmarke der Schweiz herstellt.

Dabei ist das Sortiment im Vergleich zu anderen Herstellern eher überschaubar. Cailler steht vor allem für Qualität und Tradition. Mit den roten Frigor-Tafeln, einer Mischung aus Schokolade und Praline, begann 1923 die Erfolgsgeschichte eines Schoko-Gourmet-Stückchens, die bis heute anhält.

Reisende, die sich am nördlichen Ufer des Genfersees aufhalten, sollten einen Besuch der historischen Produktionsstätte in Vevey nicht verpassen. Hier erfahren Sie vor Ort, warum die Cailler bis heute die Schokolade mit dem zartesten Schmelz der Welt ist.
http://www.cailler.ch/flash.asp

Suchard

Wer kennt sie nicht die lila Kuh auf dem lila Schokoladenpapier? Und jene frohlockende Frauenstimme, die verkündet, dahinter verberge sich die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt. Dabei war der Neuenburger Phillipe Suchard eigentlich erst der zweite Schweizer, der nach Cailler eine Schokoladenmanufaktur errichtete. Und auch die Mischung von Kakao und Milch hatte er nicht erfunden. Dafür hatte er aber den Melangeur konstruiert. Mit Hilfe dieser Maschine, die aus einem flachen erwärmten Granitbecken besteht, über dem sich Granitwalzen hin und her bewegen, gelang es Suchard, die Kakaomasse und den Zucker ideal zu vermischen. Im Jahre 1901 konnte so die erste fabrikmäßig hergestellte Schokolade vom Fließband rollen. Verpackt wurde sie vom Tag ihrer „Geburt“ in ein Papier aus jenem zarten Lila, das nun schon Generationen an Schokolade erinnert. Damit das auch so bleibt, ließ die Firma ihr typisches Milka-Lila unter Markenschutz stellen. Ein Kekshersteller musste deshalb sogar seine lila Kekspäckchen wieder vom Markt nehmen. Zwar ist die Schokolade ihrer Farbe treu geblieben, dafür nicht ihrer Heimat.

Das Schokoladenkind aus Neuenburg gehört inzwischen zur Unternehmensgruppe Kraftfood österreich. Um die lila Erlebniswelten zu besichtigen, muss man deshalb ins österreichische Bludenz reisen.
http://www.kraftfoods.at

Lindt und Sprüngli

Zwei historische Linien der Schweizer Schoki-Geschichte führen in diese Marke zusammen. In Zürich hatte sich die berühmte Confisserie Sprüngli seit 1845 über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf erworben. Ihre massiven Schokoladestückchen wurden nach dem Vorbild von Cailler und Suchard gefertigt und sorgten für guten Umsatz.

Währenddessen machte ein kleiner Schokoladenhersteller aus Bern eine große Erfindung: Rodolphe Lindt konstruierte die Conchiermaschine, um die Schokoladenmasse so cremig zu machen, dass sie nach dem Aushärten eine ideale Konsistenz erhält.
Nachdem der Sprüngli-Erbe Rudolf Sprüngli 1899 eine Schokoladenfabrik in Kilchberg am Zürichsee gegründet hatte, kam es bald darauf zum Ankauf der Berner Lindt-Fabrik und damit zur Lindt & Sprüngli AG, die das Conchierverfahren nun generell anwandte.

Die Produktpalette war und ist äußerst erfolgreich. So machte sich die Firma unter anderem mit ihren Schokoladenweihnachtsmännern bei groß und klein beliebt. Außerdem sind die zartschmelzenden Lindor-Täfelchen ein Renner bei Genießern in aller Welt.

1936 erteilte die Schweizer Schokoladenfabrik der deutschen Monheim-Firma einen Lizenz-Vertrag zur Schokoladenherstellung. Ab 1988 übernahm Lindt & Sprüngli die Herstellung in Deutschland jedoch selbst. Neben Lindt & Sprüngli Deutschland wurde 1994 nun auch eine Firma in österreich gegründet.

Wer die ganze Palette des Lindt & Sprüngli Sortiments bewundern möchte, kann den Fabrikshop im Stammwerk am Zürichsee besuchen.
http://www.lindt.com/

Toblerone

Ebenfalls zur vorletzten Jahrhundertwende gründete der Berner Schokoladenhersteller Jean Tobler mit seinen Söhnen 1899 seine Schokoladenfabrik. Während Cailler und Suchard bereits den Markt eroberten, tüftelte Tobler-Sohn Theodor mit dem Matire de Cousin Emil Baumann an einem einzigartigen unverwechselbaren Schokoladenprodukt. Die Schoko-Enthusiasten erfanden die Mischung aus Schokolade, Mandel und Honig, die dem berühmten Produkt auch zu ihrem Namen verhalf. Tobler, der Name des Herstellers wird verbunden mit dem Begriff Torrone, jener italienischen Mandel-Honig-Mischung, die bei der Produktentwicklung Pate stand.

Um die Einzigartigkeit zu erhöhen, suchten die Toblers auch nach einer Alternative zur Verkaufsform Schokoladentafel und entschieden sich am Ende für die berühmte Dreiecksstange, der sie ihr leuchtendes Goldgelb und ein Abbild des Matterhorn verliehen.

ähnlich wie Suchard ließen sie nicht nur Name und Rezept, sondern auch die Verpackungsform unter Markenschutz stellen. Einzig in der Farbe hat die Original-Toblerone Varianten bekommen. 1969 wurde die blaue Bittervariante entwickelt. Im Folgenden entstehen auch Pralines und farbige Minivarianten. Aber Verkaufsschlager ist nach wie vor die gelbe Toblerone, die es nun auch in der Maxi-Variante von 4,5 kg gibt. Toblerone gehört zwar inzwischen zu Kraft-Foods, wird aber nach wie vor in Bern hergestellt.

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen zusammengestellt, sind aber ohne Gewähr!